Unser Umgang mit Kleidung

Kleidung spielt seit jeher eine große Rolle für den Einzelnen und das Leben in der Gesellschaft. Doch was hat sich in den letzten Jahren verändert, wie hat sich unsere Beziehung zu Mode verändert, dass Kleidung inzwischen zu einem der größten Problemthemen unserer heutigen Zeit geworden ist?

 

Mode ist unser täglicher Begleiter

 

Mode begegnet uns überall im Alltag, in den Medien, in der Werbung, im öffentlichen, privaten und Geschäftsleben. Jeder von uns setzt sich tagtäglich damit auseinander, was er anziehen soll. Was ist der neueste Trend? Worin fühle ich mich wohl, was steht mir? Und welcher Stil entspricht meiner Persönlichkeit? Welche Kleidung ist angemessen für den Job, eine Einladung oder Party?

 

Es geht um das Aussehen, aber auch um Bequemlichkeit oder praktische Aspekte. In erster Linie ist die Mode eine Auseinandersetzung mit sich selbst im Kontext unseres Umfelds. Für viele ist Mode ein rein oberflächliches Thema, für andere Ausdruck ihrer Persönlichkeit. Es geht um Zugehörigkeit, Abgrenzung, Zeitgeist.

 

Wie wichtig Mode heutzutage insgesamt geworden ist, darüber lässt sich kaum streiten. Sie ist omnipräsent, riesige Umsätze werden mit dem Verkauf von Klamotten generiert, jeder Deutsche kauft im Schnitt 60 neue Kleidungsstücke, 80 Mrd. Teile sind es insgesamt weltweit – pro Jahr.

 

Wenn man bedenkt, dass noch bis vor wenigen Jahrzehnten ein Großteil der Kleidung in Handarbeit und nach Maß gefertigt wurde, erscheint es umso erstaunlicher, wie riesig der Anteil der Konfektionsware am Weltmarkt heutzutage geworden ist. Wir kaufen derzeit durchschnittlich rund 60% mehr Kleidung und benutzen diese nur halb so lange wie noch vor 15 Jahren (Studie Greenpeace)! Seit Jahren wird Kleidung im Überfluss produziert, Unmengen an getragenen und ungetragenen Kleidungsstücken landen auf Mülldeponien und werden vernichtet, Tendenz steigend: bis 2030 soll die Produktion nach Angaben der Modeindustrie sogar noch verdoppelt werden!

 

Beachtet man nun die katastrophalen Auswirkungen der Textilproduktion auf ökologische und soziale Gerechtigkeit, so wünscht man sich eine sofortige unumstößliche Kehrtwende hin zu verantwortungsvollem Konsum.

 

Auch wenn diese Wende sicherlich (leider) nicht über Nacht erreicht werden kann, so kann aber doch jeder von uns etwas dazu beitragen, zumindest die eigenen Konsumgewohnheiten zu überdenken und zu verändern. Gemeinsam können wir darauf hin arbeiten, dass verantwortungsvolle Produktion Standard wird – als Konsumenten haben wir eine nicht zu unterschätzende Macht, auf Konzerne einzuwirken.

 

Auf der ganzen Welt ist ein Bewusstseinswandel zu beobachten und neue Fair und Sustainable Fashion Brands sprießen wie Pilze aus dem Boden. Auf der Berlin Fashion Week hat sich inzwischen ein eigener Bereich für nachhaltige Mode etabliert und auch in München gibt es viele Shops und Labels, die sich auf Green Fashion spezialisiert haben. Eine Auswahl findest du hier.